Die richtige Heizung finden, ohne teure Fehler

Tipps für Hausbesitzer
Pelletkessel oder Wärmepumpe, Fördergeld oder Last-Minute-Entscheid, seriöse Offerte oder Lockangebot: Bei der Heizungswahl entscheiden viele Details über Jahre. Pius Elmiger, Geschäftsführer von Solarfocus Schweiz in Altishofen, kennt die häufigsten Stolpersteine und sagt, worauf es wirklich ankommt.

Solarfocus deckt mit Pelletkessel, Stückholz- und Hackschnitzelkesseln, Wärmepumpen und Frischwassermodulen praktisch das ganze Spektrum ab. Wie findet ein Hausbesitzer die für sein Gebäude passende Lösung?
Wichtig ist eine fachliche Beratung durch einen unabhängigen Anbieter, der alle diese Produktvarianten kennt. Wir bei Solarfocus haben den Vorteil, dass wir aus eigener Entwicklung und Produktion heraus das ganze Spektrum abdecken und dadurch neutral beraten können.

Was sind die drei häufigsten Fehler, die Leute beim Kauf einer Heizung machen?
Einerseits schaut man oft nur auf den Preis und lässt sich von Internet-Lockangeboten oder einer reinen Online-Beratung ohne persönlichen Kontakt verleiten. Andererseits denkt man das Endresultat manchmal zu wenig durch und verlässt sich dann einfach darauf, dass es schon passen wird.
Worauf muss man bei der Grössenwahl, also der Dimensionierung, besonders achten, und was passiert, wenn man es falsch macht?
Ein guter Fachberater erkennt im offenen Gespräch vor Ort, was der Kunde wirklich braucht, wie sein Verhalten beim Warmwasserverbrauch ist und zu welchen Zeiten wie viel Energie gefragt ist. Eine falsche Dimensionierung führt oft zu häufigem Ein- und Ausschalten der Anlage. Bei grösseren Anlagen können wir hier entgegenkommen, indem wir kaskadiert fahren, also zwei Produkte kombinieren.
Wärmepumpe oder Pelletkessel: Wovon hängt die Entscheidung wirklich ab?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist vor allem die benötigte Vorlauftemperatur, also ob Radiatoren oder eine Bodenheizung vorhanden sind und wie oft höhere Temperaturen gebraucht werden. Und natürlich spielt auch der verfügbare Platz eine Rolle, im Gebäude wie auch rundherum.

Wie wichtig ist die Kombination mit Solarthermie oder Frischwassermodulen, und wo lohnt sich das eher weniger?
Mit Solarthermie oder Photovoltaik lässt sich der Bedarf an Fremdenergie deutlich reduzieren. Die Sonne kennt keine Preisschwankungen: Ist die Anlage einmal installiert, reduzieren sich die laufenden Kosten beim Zukauf von Strom oder Brennstoff spürbar. Weniger sinnvoll ist aus unserer Sicht die Kombination von Solarthermie mit einer Wärmepumpe, dort setzen wir eher auf Photovoltaik, das funktioniert in der Regel besser. Frischwassermodule kommen vor allem dort zum Einsatz, wo grössere Mengen Warmwasser gebraucht werden, etwa in Hotels oder Alterszentren.

Welche Rolle spielen Förderungen, und wie sollte man das im Kaufprozess einplanen?
Förderungen spielen eine grosse Rolle, je nachdem, von welchem System man umsteigt. Wichtig ist, sich rechtzeitig zu erkundigen, welche Fördergelder möglich sind. Wer zu kurzfristig plant, kann bestimmte Beiträge gar nicht mehr beantragen, das braucht etwas Vorlauf. Und man darf mit dem Umbau eigentlich erst beginnen, wenn die Zusage vorliegt. Darum sollte man Last-Minute-Entscheide unbedingt vermeiden.
Was unterscheidet eine seriöse Offerte von einer, bei der man später womöglich draufzahlt?
Zwei Punkte sind entscheidend: Eine seriöse Firma zeigt nicht nur die reinen Installationskosten, sondern spricht auch offen über mögliche Folgekosten. Und sie berät den Kunden wirklich, statt ihn zur schnellen Unterschrift zu drängen.

Wie lange dauert ein typisches Projekt von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme, und wo hakt es dabei oft?
Das ist sehr unterschiedlich. Die Umsetzung eines Heizungsersatzes plant man idealerweise frühzeitig, damit alle Beteiligten Firmen, denn wenn es eilt, zeigt die Erfahrung dass die nötigen Handwerker nicht sofort verfügbar sind. Die Folge sind, dass es bei der Koordination der Handwerker nicht optimal läuft und der Kunde sich ärgert.


Worauf sollte man bei der Wahl des Installationsbetriebs achten?
Ein regionaler, verlässlicher Installateur hat klare Vorteile, nicht nur beim Einbau selbst, sondern auch danach, falls eine Nacharbeit oder später eine Reparatur nötig sein sollte. Eine Firma, die weit weg ist, hat entsprechend lange Anfahrtswege, das macht sich im Ernstfall bemerkbar.
Sie haben sich jetzt ganz allgemein zum Thema geäussert. Was ist der Vorteil von Solarfocus, und wie soll man mit Ihnen zusammenarbeiten?
Wir haben sicher den Vorteil, dass wir, wie eingangs erwähnt, eine sehr breite Produktpalette aus dem eigenen Portfolio anbieten, welche in unserem Mutterhaus in Österreich entwickelt und produziert werden. Wir sind auch nach dem Kauf und der Installation bestrebt, dass das Zusammenspiel der Komponenten funktioniert und die Anlage möglichst optimal betrieben werden kann. Das führt langfristig zu mehr Zufriedenheit und zu einer optimalen Kombination der Systeme.
Gibt es Innovationen, die Solarfocus zusätzlich anbieten kann?
SOLARFOCUS hat nun als Ergänzung die sogenannten *Hydro-Tower*- Varianten entwickelt. der Vorteil liegt darin, dass sowohl der Heizungsspeicher und auch die Warmwasseraufbereitung mit den benötigten Pumpen, Umschaltventilen und der Regelung vorgefertigt integriert sind. Somit muss die Anlage nur noch aufgebaut werden. Dies reduziert den Arbeitsaufwand für Installateure und Elektriker, deren Verfügbarkeit ja auch künftig eher knapper wird als heute.

Ronnie Hürlimann
Ronnie Hürlimann war langjähriger Herausgeber des Zentralschweizer Freizeitmagazins «Insider», für das er zahlreiche Artikel verfasste. Heute ist er als Coach und Berater tätig. Die Freude am Schreiben ist ihm geblieben.
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