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Verschiedene Blickwinkel eines dualen Ausbildungssystem

Markt/ Wirtschaft

Der heutige Arbeitsmarkt ist geprägt von stetiger Veränderung und stetigem Wandel. Die Tage, in denen eine Person ihr gesamtes Arbeitsleben lang einer Tätigkeit nachgehen oder bei einem Unternehmen angestellt sein würde, sind längst vorbei. Lebenslanges Lernen ist bereits heute Realität. Bildung ist der Schlüssel zu Wohlstand und zu einer sicheren Zukunft. Dies hat die Bildungspolitik erkannt und schafft internationale Qualifizierungsmassnahmen (nebst nationalen Fachausweisen und Diplomauszeichnungen, auch einen europäischen Qualifikationsrahmen, welcher dem Zeitalter der Globalisierung Rechnung trägt). Die Tertiärstufe wird als Ganzes (Universitäten, Fachhochulen, höhere Berufsbildung) angeschaut, und die bestehende erfolgreiche Ausrichtung dieser unterschiedlichen, aber gleichwertigen Bildungswege soll genützt werden. Die Stärkung der Höheren Berufsbildung bleibt ein sehr wichtiges Thema. Stellvertretend für diesen eingeschlagenen Weg werden Absolvierende, die sich auf eine eidg. Prüfung vorbereiten ab 2018 mit Bundesbeiträge bis zu 50 % finanziell unterstützt.

Karriere

Die Wirtschaft braucht auf jeder Hierarchieebene kompetente Fachkräfte. Das setzt die Bereitschaft zur ständigen Erneuerung und Erweiterung des eigenen Wissens voraus. Für die sichere Bewältigung beruflicher Herausforderungen braucht es die nötige Fachkompetenz. Durch die Teilnahme an permanenter Weiterbildung verspricht man sich Fachwissen, ergänzt mit täglicher Erfahrung am Arbeitsplatz, als Basis für das berufliche Fortkommen. Im Weiteren fördert eine Weiterbildung die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle, die Zusammenarbeit im Team oder die Führungsarbeit. So kann man nebst kontinuierlicher Karriereplanung mit entsprechender Distanz den eigenen Alltag beachten und reflektieren. Es geht darum blinde Flecken zu erkennen und Arbeits- und Führungsbeziehungen aktiver und produktiver zu gestalten.

Unternehmen, Arbeitgeber

Weiterbildungen der Mitarbeiter wirken sich auch für die Unternehmen vorteilhaft aus. Vor allem da der überbetriebliche Erfahrungsaustausch eine wichtige Komponente darstellt. Weiterbildung ist ein Mittel gegen den Fachkräftemangel. Trotz diesen nachvollziehbaren Vorteilen für ein Unternehmen befürchten viele Unternehmen, dass gut ausgebildete Mitarbeiter kündigen, weil sich für sie durch die erworbene Zusatzqualifikation neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt ergeben. Um sich dagegen abzusichern braucht es in jedem Unternehmen klare Qualifikationssysteme, damit kompetente Mitarbeiter auch intern gefördert werden. Ein weiterer möglicher Nachteil sehen die Unternehmen darin, dass eine Weiterbildung interne Betriebsabläufe beeinträchtigt. Sicher eine Gefahr bei einer dualen Weiterbildung. Hier sind die Schulungszentren gefordert, die durch arbeitgeber- und arbeitnehmerfreundliche Kursprogramme anbieten. Weiterbildung ist in jedem Falle sehr wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter nicht auf den aktuellen Wissenstand bringt, kann schnell den Anschluss verlieren und wird dann die Konkurrenz vorbeiziehen sehen. Weiterbildung bringt Know How für das Unternehmen, fördert die Innovationskraft, die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft, sowie die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft. Das hat positiven Einfluss auf die Produktivität.

Je besser die Reputation und das Image eines Unternehmens als Arbeitgeber sind, desto leichter und mit geringerem Aufwand gelingt der Rekrutierungsprozess. Die Fluktuation im Unternehmen ist geringer, was sich günstig auf die Kosten (Personalbeschaffung, Einarbeitung) auswirkt. Dies sind wichtige Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit, die durch die Weiterbildung forciert werden.

Arbeitnehmer, Privatperson, Studenten

Der Nutzen für den Arbeitnehmer, also für jede Privatperson die im Berufsleben steht, sind vielseitig und gross:

  • Die täglichen beruflichen Herausforderungen können durch entsprechend, angeeignete Kompetenzen besser bewältigt werden.
  • Durch Zusatzqualifikationen erhöhen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt
  • Sie sind gegen wirtschaftliche Krisensituationen besser gewappnet, denn besser qualifizierte Mitarbeiter werden eher gehalten und sind nicht so schnell austauschbar
  • Durch Weiterbildung können sie sich den permanenten Veränderungen besser anpassen.

Die durch Weiterbildung angeeigneten Qualifikationen, sowie Zusatzkompetenzen, sowohl in Bezug auf Hard Skills als auch Soft Skills, erleichtern wesentlich das Erklimmen der Karriereleiter. Jede Beförderung führt in der Regel auch zu einer Steigerung des Einkommens. Natürlich haben diese Vorteile auch Ihren Preis und man muss lernen «Multitask « zu sein. Man muss der Mehrfachbelastung, Familie, Berufsleben, Freizeit, finanzielle Zusatzbelastung usw. unter einen Hut bekommen. Weiterbildung ist also nicht nur eine Erweiterung des beruflichen Horizonts, sondern auch eine sehr gute Lebensschulung, was schlussendlich einer WIN/Win Situation gleichzusetzen ist.

Schule, Schulungszentren

Diese Marktentwicklung, vor allem auch die hohen Anforderungen sind für die Schulungszentren eine grosse Herausforderung mit immenser Verantwortung. Da stellt sich die Frage, wie gross wird Commerz und Qualität geschrieben, lässt sich das überhaupt vereinbaren. Ich denke JA, sofern sich die Schulen ihrer volkswirtschaftlichen Aufgabe bewusst werden und demzufolge in qualifizierte, praxiserprobte Dozenten investieren und sich bewusst werden, dass Klassengrössen im Dualsystem nicht, (wie leider oft anzutreffen) die Grösse von 15 Teilnehmer übersteigen. In der Praxis sind die Teilnehmer einer Weiterbildung sehr hetrogen, mit unterschiedlichem Bildungsniveau, was auch teilweise durch die Altersunterschiede bedingt ist. Im Weiteren ist es einerseits richtig, diese diversen Lehrgänge stufengerecht in absehbarer Zeit realisieren zu können, andererseits aber sollte die Lehrgangsdauer nicht immer kürzer werden. Die Schulen müssen dabei der Tatsache Rechnung tragen, dass die Studenten in einer Multitask Funktion eine Weiterbildung absolvieren und die Schulen gewährleisten müssen, dass auch ein erfolgreicher Transfer von der Theorie in die Praxis gewährleistet ist. Um diesen hohen Anforderungen gerecht werden zu können, braucht es eine intensive Zusammenarbeit der Schulen mit den Unternehmen, den Studenten und den Berufsbildungsbehörden.

Text: Ernst Moscatelli

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