Raclette hat als Schweizer Traditionsgericht eine lange Geschichte und ist äusserst beliebt. Rund 17’000 Tonnen werden pro Jahr in der Schweiz produziert. Davon werden ca. 80 Prozent bei uns in der Schweiz konsumiert. Es erstaunt deshalb kaum, dass der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz bei stolzen 1,4 Kilo liegt. Wichtigster Auslandmarkt ist Deutschland. Es ist gemäss Jürg Kriech, Geschäftsführer von Raclette Suisse, das erklärte Ziel, den Export von Raclette-Käse weiter anzukurbeln, denn da seien die grössten Wachstumschancen auszumachen. Aber auch der Konsum von Raclette im Sommer gilt es bekannt zu machen, denn Raclette bringt die perfekte Abwechslung auf den Grill.
Am Anfang stand der Bratchäs
Raclette war einst unter der Bezeichnung «Bratchäs» bekannt. Schriftliche Überlieferungen aus Nidwalden erwähnen ihn bereits im 12. Jahrhundert. Im Wallis, das sich gemeinhin als Heimatkanton des Raclettes bezeichnet, wurde «Bratchäs» im Jahr 1574 zum ersten Mal genannt. Das Schmelzen von Käse über dem offenen Feuer war zunächst fest mit den Sennen verbunden und die Spezialität bliebt lange Zeit der ländlichen Bevölkerung vorbehalten. Erst im 20. Jahrhundert wurde Raclette auch in den Städten zum Thema. Mittlerweile hat sich Raclette zu einem der beliebtesten Nationalgerichte gemausert, vor allem in der kalten Jahreszeit. Aber nicht nur: Raclette wird auch im Sommer immer beliebter. So wurden innert kurzer Zeit mehrere zehntausende Grill-Pfännli unter die Leute gebracht. «Wer einmal die Köstlichkeit zu sich genommen habe, rücke nicht mehr davon ab», sagt Jürg Kriech nicht ohne Stolz.

Reifezeit von vier Monaten
Raclettekäse wird während dem ganzen Jahr hergestellt. Die frischen Käselaibe kommen zuerst ins Salzbad. Danach geht es in den Reifekeller. Man darf auch gerne Pflegekeller sagen, denn dort werden die Laibe mehrmals pro Woche mit einer Bürste und mit Wasser sanft eingerieben und gewendet, damit sie in Form bleiben. Wellness pur! Auf die Vorzüge des Raclette-Käses angesprochen, antwortet Jürg Kriech: «Es ist die 100-prozentige Natürlichkeit und die unerreichte Schmelzbarkeit, die den Raclettekäse von Raclette Suisse einmalig macht. Es werden keine Zusatzstoffe verwendet. So kann auch die Rinde genussvoll mitgegessen werden. Sie macht den Raclette-Schmaus zu einem aromatischen Gesamterlebnis».
Genuss und Gemütlichkeit
Raclette steht für den gemeinsamen Genuss im Kreis von Freunden oder als romantisches Tête-a-Tête. Die Zubereitung benötigt keinen grossen Aufwand, es können alle am Tisch sitzen, auch die Köchin oder der Koch. Ab Mitte September steht wieder das Vollsortiment wie Raclette mit Trüffel und weitere exquisite Spezialitäten zum Kauf in den Läden. Speziell weist Jürg Kriech auf die Ofenmiete, die direkt über die Webseite getätigt werden kann, hin: «Für grosse Veranstaltungen kann bei uns ein Raclette-Ofen gemietet werden, der bis zu 360 Portionen pro Stunde herstellt». Und seit anfangs August kann der entsprechende Raclette-Käse gleich mitbestellt werden. Da bleibt nichts anderes übrig, als «En Guete» zu wünschen.






