Für viele Menschen gehört sie zu den unangenehmsten Aufgaben des Jahres: die Steuererklärung. Sobald das Couvert vom Steueramt eintrifft, wird es gerne zur Seite gelegt. Denn mit der Erklärung verbinden viele Stress, Papierkram und die diffuse Angst, etwas falsch zu machen oder Geld zu verschenken. Dabei weiss wohl jeder, dass das Aufschieben unnötigen Zeitdruck verursacht, womöglich verbunden mit verpassten Möglichkeiten. Dabei könnte es auch ganz anders sein!
Kolumne von der Steuersparakademie
Philipp Stadelmann, Jurist & Steuerexperte SSK sowie
Gründer der Steuersparakadamie GmbH.

In meinen Seminaren zeige ich, wie die Steuererklärung nicht nur effizient, sondern tatsächlich an einem einzigen Tag erledigt werden kann, inklusive aller relevanten Optimierungsschritte. Viele reagieren zunächst skeptisch. Ein komplette Steuererklärung mit allen Belegen, Eingaben, Abzügen und Kontrollen soll an einem Tag zu machen sein? Ja, das funktioniert. Vorausgesetzt, man geht strukturiert vor, kennt die eigenen Abzugsmöglichkeiten und nimmt sich einmal im Jahr ganz bewusst Zeit für die eigene Steuerangelegenheiten.

So schaffen Sie alles an einem Tag
Ein solcher Tag beginnt mit dem Zusammenstellen aller relevanten Unterlagen. Das klingt unspektakulär, ist aber der Schlüssel zum Erfolg. Wer systematisch sammelt, also Lohnausweise, Bankbelege, Bescheinigungen zur Säule 3a, Nachweise zu Spenden, Weiterbildungskosten oder Krankheitsauslagen, hat die Hälfte der Arbeit bereits erledigt. Der Unterschied liegt nicht im Sammeln, sondern im Zeitpunkt: Wer das gebündelt an einem Morgen macht, statt über Wochen verteilt, spart enorm viel Zeit und Energie. Noch besser ist natürlich die Empfehlung, bereits im Laufe des Jahres digital zu sammeln – etwa in einem Cloud-Ordner oder mit einer simplen Scanner-App. Das vereinfacht diesen Schritt enorm.
Die wichtigsten Steuerabzüge: So holen Sie das Maximum heraus
Ist die Dokumentensammlung abgeschlossen, folgt die eigentliche Eingabe: digital, im Onlineportal des jeweiligen Kantons oder mit einer geeigneten Software. Wer hier mit einer Checkliste arbeitet, verliert keine Zeit mit hin- und herblättern. Die Eingabe wird zur Routine. Besonders spannend wird es dann am Nachmittag: Jetzt geht es nicht mehr nur um das korrekte Ausfüllen, sondern um das gezielte Optimieren. In meinen Seminaren erleben die meisten Teilnehmende hier ihren grössten Aha-Moment. Denn erst jetzt wird vielen bewusst, was alles abzugsfähig ist und was in der Vergangenheit möglicherweise vergessen wurde. Häufige Beispiele sind Weiterbildungskosten, Pendlerpauschalen, Säule-3a-Einzahlungen oder Beiträge an gemeinnützige Organisationen.

Gerade bei Selbstständigen oder Immobilienbesitzern schlummert hier grosses Potenzial. Auch der korrekte Umgang mit dem Eigenmietwert, Renovationskosten oder Unterhaltszahlungen wird oft unterschätzt. Mit der richtigen Beratung und etwas Hintergrundwissen lassen sich hier schnell mehrere Hundert bis Tausend Franken pro Jahr sparen und zwar völlig legal und mit überschaubarem Aufwand. Und das Beste daran: Wer einmal weiss, worauf er achten muss, profitiert davon jedes Jahr erneut.
Ein Praxisbeispiel: Eine Teilnehmerin aus Luzern kam mit einem Ordner voller Belege ins Seminar. Sie war der festen Überzeugung, dass bei ihr steuerlich nicht mehr viel zu holen sei. Nach einem Tag strukturierter Arbeit und gezielter Optimierung stellte sich heraus, dass sie über Jahre hinweg ihre Weiterbildungskosten gar nicht geltend gemacht hatte. Auch eine mögliche Reduktion des Eigenmietwerts hatte sie nie geprüft. Allein in diesem Jahr konnte sie durch die neuen Erkenntnisse über 1’200 Franken Steuern sparen. Der Aufwand war vergleichsweise gering. Und das Wichtigste: Sie verliess das Seminar nicht nur mit einer eingereichten Steuererklärung, sondern auch mit einem Plan, wie sie ihre Finanzen künftig besser steuern kann.
Mit System Zeit und Geld sparen
Mein wichtigster Tipp aus der Praxis: Reservieren Sie sich jedes Jahr einen fixen Tag für Ihre Steuererklärung, nicht erst im März, wenn der Druck wächst, sondern frühzeitig. Ich empfehle jeweils den Februar. Kein Handy, keine Meetings, kein Multitasking . An diesem Tag zählen nur Sie, Ihre Unterlagen und ein klarer Ablauf. Wenn Sie diesen Tag als festen Termin behandeln, werden Sie sehen, wie schnell aus einem unangenehmen Muss eine produktive Routine wird. Und mit jedem Jahr wird es einfacher.

Fazit: Ja, die Steuererklärung an einem Tag ist absolut möglich. Sie wird zu einem Instrument, mit dem Sie Ihre finanzielle Lage besser verstehen, gezielter planen und ganz konkret Geld sparen. Vorausgesetzt, Sie nehmen sich bewusst Zeit und arbeiten mit Struktur und System. Der Lohn dafür ist nicht nur eine korrekt abgegebene Steuererklärung, sondern oft auch ein überraschender Steuergewinn.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, begleite ich Sie gerne. Im Rahmen eines kostenlosen Erstgesprächs klären wir gemeinsam, wo in Ihrer persönlichen Situation Optimierungspotenzial liegt – und wie Sie mit wenig Aufwand jedes Jahr mehr aus Ihrer Steuererklärung herausholen können.
Jetzt Termin sichernIn der nächsten und letzten Kolumne dieser Serie verrate ich Ihnen, welche sieben Erkenntnisse mir die Börse in über 20 Jahren gebracht hat und wie auch Sie davon profitieren können.







