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Sexuelle Vorlieben und Erfindungen

Monogamie – eine Erfindung des Menschen?

Viele Menschen versuchen sich während der Dauer einer Beziehung auf nur einen Sexpartner zu beschränken. Mit der Betonung auf «versuchen»: Oft gelingt dies nämlich nicht. Kein Wunder, finden Evolutionsforscher. Denn sexuelle Treue liegt nicht im menschlichen Wesen.

Spätestens nach dem Eingehen der Ehe oder einer festen Beziehung soll auf weitere Sexualpartner verzichtet werden. Wer sich dem nicht beugt, hat ein Problem. In gewissen Ländern droht Ehebrechern die Todesstrafe; hierzulande wird das «Vergehen» mit sozialer Ächtung, Therapien oder Anwälten angegangen. Dass jede dritte Ehe geschieden wird, liegt oft an der Untreue eines Ehepartners. Monogamie scheint ein Paradoxon zu sein: Viele Menschen halten daran fest, obwohl es vielen nur unter grosser Anstrengung gelingt.

Bei Tieren die Ausnahme, beim Menschen ein Konstrukt

Evolutionsforscher begründen das mit der Tatsache, dass der Mensch grundsätzlich nicht monogam ist. Dass Monogamie bloss ein erfundenes Konstrukt ist. Das sehen wir auch bei unseren Vorfahren, den Tieren. Dort binden sich weniger als zehn Prozent aller Arten fest an einen Partner. Monogamie ist bei Tieren immer die Ausnahme, die einer Erklärung bedarf, während es beim Menschen gerade umgekehrt ist.

Ursprung der Monogamie ist alles andere als romantisch

Es ist also erwiesen, dass die Monogamie eine soziale Erfindung ist. Wie kam es dazu? Der Grund dafür findet sich in grauer Vorzeit und ist alles andere als romantisch. In der Altsteinzeit wollten die Jäger und Sammler noch möglichst viele Nachkommen zeugen; Polygamie war damals normal. Dies änderte sich mit dem Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit: Die Menschen teilten sich Land, bauten Gebäude und wollten die erwirtschafteten Ressourcen nur mit dem engsten Kreise teilen. Mann und Frau arbeiteten Hand in Hand um Ihren Besitz auszubauen und zu erhalten, gemeinsame Kinder waren willkommene Helfer und sicherten das Erarbeitete über den eigenen Tod hinaus.

…und warum sind wir heute monogam?

Was vor zehntausend Jahren eine logische Folgerung war, blieb bis heute erhalten. Warum? Darüber diskutieren Forscher seit Jahrzehnten. Fakt ist: Das Potential zur Monogamie ist bei allen Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Einigen fällt das treu bleiben leichter, als anderen. Woran das liegt, ist nicht bekannt. Erstaunlicherweise hat es aber nicht mit der Libido zu tun: Einige können viel Lust auf Sex und wenig Lust auf Fremdgehen haben. Oder umgekehrt.

Heutzutage gibt es in Bezug auf die Sexualität zum Glück nicht mehr nur schwarz oder weiss. Modelle wie serielle Monogamie, offene Beziehungen oder die Polyamorie können für viele Partner eine gute Alternative zur Monogamie darstellen.

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