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Roger Ulrich notarieller Präsident, Fasnächtler, Partylöwe

Heinz Steimann Marktindex hat sich mit dem HC Luzern Präsidenten Roger Ulrich getroffen – entstanden ist ein interessantes Interview

HC Luzern, der Luzerner Stadtclub, dessen Geschichte bis in die Zeit der Natureisbahn auf Tribschen zurückgeht. Da steigen meiner Generation die herrlichen Zeiten des «Pärlizinggis» hoch. Die Fusion des HC Breitlachen mit dem EHC Luzern. Hockey-Spielern wie Locher, Keller, Nash, Raubein Pilling, oder den Trainer Arno del Curto. Auch an die Luzerner Richi Bucher, Meister, Schürch, Röösli, die Tavernas, Hampe Thöni und noch viele mehr (Sorry, aber auch meine Festplatte hat im Laufe der Zeit einige Kratzer erhalten). Die Zeit des «Pärlizinggis» ist leider vorbei aber ich hoffe doch dass der heutige Präsident des neuen HC Luzern, Roger Ulrich, ein «Hans Dampf» in vielen verschiedenen Sparten, unseren Eishockeyklub wieder in ein erfolgreiches Hockeyleben führt, mit vollen Tribünen und tollen Spielen.  Wer ihm zuhört und sein Interview liest, kann sich das durchaus vorstellen. Viel Glück Roger und vielen Danke für deine Antworten und dein Engagement für die Aktiven und besonders für die Jüngsten des HC Luzern.

Roger Ulrich, ich kenne dich als Notar, Anwalt, Fasnachts-Aktivist, LFK-Präsident, DJ Ueli und nun als Präsident des Stadtluzerner-Eishockeyclubs HC Luzern. Wie schafft du das alles auf eine erfolgreiche Reihe zu bringen und wie nimmt das deine Familie auf?

Das allerwichtigste ist mit Sicherheit ein konsequentes, gut funktionierendes Zeitmanagement sowie eine tolle, verständnisvolle Familie, welche mir den notwendigen Halt und Ausgleich gibt. Wenn man das private und berufliche Glück hat, Dinge zu tun, welche einem mit viel Freude, Zufriedenheit und Genugtuung erfüllen, hat man auch genügend Energie, um den anstehenden Aufgaben gerecht zu werden. So bin ich meiner Partnerin Petra Fellmann sowie unseren vier Kindern Alec, Jane, Glenn und Dean auch zu allergrösstem Dank verpflichtet, da sie mir in jeder Lebenslage zur Seite stehen und mich bei allem tatkräftig unterstützen, was ich in Angriff nehme. Des Weiteren ist natürlich wichtig, dass man überall auf ein gut funktionierendes Netzwerk von zuverlässigen und innovativen Freunden und unzählige Chrampferinnen und Chrampfer zurückgreifen kann, was bei mir glücklicherweise der Fall ist. Dies ist jedoch nicht selbstverständlich und ich bin allen zu tiefstem Dank verpflichtet, welche mit mir die gemeinsamen Wege beschreiten. Schlussendlich resultieren aus allen Aufgaben und Funktionen, welche man anpacken darf, auch tiefe Freundschaften, welche aus dem Leben meiner ganzen Familie nicht mehr wegzudenken sind.

Du bist seit knapp drei Jahren Präsident des HC Luzern, einem Verein mit einer Geschichte die von grossen Höhen und tiefem Fall geprägt wurde. Warum hast du dieses Amt übernommen und welche Ziele hast du mit den neuen HCL? Träumst du schon von Profi-Eishockey im Eiszentrum Luzern?

Obwohl meine eigene sportliche Vergangenheit im Fussball (FC Kickers Luzern und FC Luzern) liegt, hat mich der Eishockeysport schon immer fasziniert. Eishockey ist sehr schnell, hart und in technischer Hinsicht äusserst anspruchsvoll. Da ich meine Kinder jedoch nicht für das Fussballspiel begeistern konnte, fanden zwei von ihnen ihre sportliche Heimat beim HC Luzern. So kam es schlussendlich, dass ich viel im Eiszentrum anzutreffen war, weshalb ich auch mit den Vorstandsmitgliedern und weiteren Funktionären ins Gespräch gekommen bin. Da innerhalb des Vorstands ein Umbruch im Gange war und eine Stadtluzerner Führung ins Auge gefasst wurde, wurde ich von verschiedenen Personen darauf angesprochen das Amt als Präsident zu übernehmen. Da ich gesehen habe, mit welchem Herzblut unzählige Leute sich für diesen Verein einsetzen und auch meine Kinder von diesen tollen Personen auf ihrem Lebensweg profitieren, habe ich nach einer kurzen Bedenkzeit den Entscheid gefasst, mich für das Amt des Präsidenten zur Verfügung zu stellen und dem Club so etwas zurück zu geben. Für mich ist es äusserst wichtig, dass wir unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, gemeinsam Siege zu feiern und Niederlagen zu bewältigen, sich Fairness, Disziplin und Teamgeist anzueignen, eine gesunde Härte kennen zu lernen und sich damit persönlich weiterzuentwickeln und zu entfalten. Dies sind alles Faktoren, welche den Spielerinnen und Spielern auch in ihrem schulischen, beruflichen und privaten Leben von grossem Nutzen sind. Das primäre Ziel besteht aus unserer Sicht deshalb darin, dass wir den HC Luzern als starken Ausbildungsverein positionieren können, welcher über die Grenzen unseres Kantons wahrgenommen wird. Mit unserer Eishockeyschule und dem Projekt «Hockey goes to school» können wir bereits die Jüngsten für den schnellsten Mannschaftssport der Welt begeistern. So haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel in unsere Nachwuchsabteilung mit über 160 Spielerinnen und Spielern investiert und zahlreiche neue Spielerinnen und Spieler für unseren Verein gewinnen können. Aber auch unsere Aktivmannschaften und unsere 1. Mannschaft sind wichtige Pfeiler innerhalb des HC Luzern. Sie verdienen es, dass man sich tatkräftig für sie einsetzt und ihnen ein gesundes Umfeld schafft, damit sie ihren geliebten Eishockeysport ausüben können. Aber auch beim Eishockeysport ist es so, dass Erfolg und Misserfolg immer mit den finanziellen Möglichkeiten zusammenhängen. Profi-Eishockey ist für uns aufgrund der aktuellen Ausgangslage deshalb überhaupt kein Thema. Wir sind Realisten, weshalb wir lieber etwas kleinere, dafür bezahlbare Brötchen backen, damit wir die Zukunft unseres Clubs nicht unnötig gefährden. Es wartet jedoch trotzdem noch sehr viel Arbeit auf uns, welche wir aber gerne mit dem notwendigen Einsatz und Elan anpacken.

Bild: 1. Mannschaft HC Luzern; www.hcluzern.ch

Hätte dir eine Karriere als Politiker bei deinen Bemühungen um die Sorgen über Infrastruktur, Eiszeit und deren Kosten nicht helfen können, den HC Luzern schneller wieder auf einen Stand zu bringen, der die Tribünen wie zu alten Zeiten füllen könnte?

Meines Erachtens verfügen wir in Luzern über eine hervorragende, moderne Infrastruktur für den Eishockeysport. Da das Eiszentrum jedoch von der Stadt in eine Aktiengesellschaft ausgelagert worden ist, und damit nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, sprich gewinnorientiert, geführt werden muss, liegt es auf der Hand, dass es sich beim Eishockeysport in Luzern um eine äusserst kostenintensive Freizeitbeschäftigung handelt. So wird uns die Infrastruktur nicht exklusiv zu einem symbolischen Preis zur Verfügung gestellt und auch das Generieren von Gastronomieeinnahmen, so wie es andere Vereine kennen und praktizieren, ist für uns aufgrund von bestehenden Verträgen unmöglich. Dies führt dazu, dass wir unsere Sponsoring- und Gönnerkonzepte stetig überarbeiten und sehr viel Zeit dafür investieren, die notwendigen Geldmittel für den Verein zu beschaffen. Mit der Stadt Luzern und auch der Regionales Eiszentrum AG führen wir jedoch eine sehr gute Partnerschaft und Zusammenarbeit, welche von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt ist. Schlussendlich denke ich deshalb nicht, dass ich als Politiker dem HC Luzern mehr dienen würde als dies aktuell der Fall ist, da ein entsprechendes Amt noch mehr Zeit absorbieren würde, welche ich dann nicht in den Verein investieren könnte. Es ist jedoch unabdingbar, dass wir und unser ehrenamtliche Einsatz zum Wohle der Gesellschaft von der Politik wahrgenommen und auch gebührend unterstützt wird. Gesunde Finanzen, sportliche Erfolge, ein prosperierender Nachwuchs und eine vernünftige Entwicklungsstrategie bringen den Club jedes Jahr einen Schritt weiter. Dabei müssen wir jedoch beide Beine auf dem Boden behalten und immer realistisch bleiben. So werden wir vielleicht in absehbarer Zeit unser Stadion wieder füllen, was sich schlussendlich auch in finanzieller Hinsicht positiv auswirken wird. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg, welcher mit sehr viel Knochenarbeit verbunden ist.

Du bist ein eingefleischter Weyzünftler der schon einige Stationen in dieser Zunft durchlaufen hat. Wann sieht man dich als Zunftmeister in der Kutsche am Güdismontag?

Ich bin tatsächlich seit bald 23 Jahren ein sehr stolzer Weyzünftler. Die Wey-Zunft Luzern ist eine grosse Familie, welche die Traditionen rund um die Lozärner Fasnacht hochhält und sich mit sehr viel Engagement für das gesellschaftliche Leben in Luzern einsetzt. Es ist immer wieder schön zu sehen, mit wieviel Elan und Herzblut die Mitglieder der Zunft ihre anspruchsvollen Aufgaben erfolgreich erfüllen. Eben ganz nach dem Leitspruch der Wey-Zunft Luzern: Geselligkeit und Narretei, Wohltätigkeit sei mit dabei. In meinen Mitgliedschaftsjahren kam mir auch die riesige Ehre und das grosse Vertrauen meiner Zunftkameraden zuteil, verschiedene Funktionen und Ämter auszuüben: Mitglied der Vergnügungskommission (VK), Mitglied der Zytigskommission, OK-Mitglied 75-Jahre Wey-Zunft Luzern, Weibel des ehrenfesten Zunftmeisters Mario Kistler (2001), Finanzchef des Lozärner Fasnachtkomitees (2004-2008), Vizepräsident des Lozärner Fasnachtkomitees (2008-2009), Präsident des Lozärner Fasnachtkomitees (2009-2010), Präsident der Vergnügungskommission (VKP 2012), OK-Präsident 90-Jahre Wey-Zunft Luzern und Bannerweihe (2015). In all diesen Jahren durfte ich sehr viele, tolle Leute kennen lernen, wunderschöne Momente erleben und ehrliche Freundschaften knüpfen. Die Wey-Zunft Luzern ist heute für mich, aber auch für meine ganze Familie, ein ganz wichtiger Bestandteil des Lebens, welcher nicht mehr wegzudenken ist. Ob und wann ich das höchste Amt innerhalb unserer Zunft einmal besetzen werde, kann ich im heutigen Zeitpunkt nicht beantworten. Vielleicht warten wir damit, bis wir ein allfälliges Zunftmeisterjahr mit einer Meisterfeier des HC Luzern kombinieren können.

Dass du den Freuden der Lozärner Fasnacht nicht abgeneigt bist zeigt, dass du jahrelang mit Kollegen des «Chäs Schwarte Zoog» unterwegs warst. Wie kommt man nur auf einen solch schrägen Namen und war diese Gesellschaft auch wohltätig?

Nebst der Pflege des Brauchtums und der Traditionen dient die Fasnacht der Förderung des gesellschaftlichen Lebens. Unsere Fasnacht weckt in den Leuten Kreativität, Kollegialität, gegenseitigen Respekt und Freude am Leben. So ist es auch gekommen, dass sich einige unerschütterliche Weyzünftler zusammengeschlossen haben, um von Beiz zu Beiz zu ziehen und so richtig zu intrigieren. Da wir dies als vollmaskierte «Puure», beladen mit Käse, Speck, Schwarte, Brot und Weisswein an die Hand genommen haben und von den Leuten immer wieder gefragt worden sind, wie unsere Gruppierung nun heisse, mussten wir spontan einen Namen kreieren. Es lag deshalb auf der Hand, dass wir «Chäs», «Schwarte» und «Buebezöögli» in die Bezeichnung einbauen, womit der Name «Chäs Schwarte Zoog» geboren war. Dies passte vollkommen zu uns und ist auch fasnächtlich schräg genug. Unsere Wohltätigkeit bestand natürlich darin, dass wir jeden Güdismontag am Abend im Sinne einer Bescherungsfahrt von Beiz zu Beiz pilgerten und die kostümierten Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit unseren feinen Köstlichkeiten und Tranksamen aus dem alten Militärtornister verwöhnten.

War dein Start als musikalische Stimmungskanone «DJ Ueli» ein Fasnachtsspleen, oder hast du mal mit einer Karriere als DJ im Bierkönig an der Schinkenstrasse in Mallorca geliebäugelt?

Ganz am Anfang meines musikalischen Schaffens, soweit man dies so bezeichnend darf, stand der Wednesday-Club Luzern, für welchen ich den Wednesday-Rap produzieren durfte. Der Wednesday-Club hat sich in den 90er-Jahren zum Ziel gesetzt, der eingeschlafenen Partyszene in Luzern neues Leben einzuhauchen. Anlässe wie die Beach-Party im Winkel oder im Schloss Wyher mit über 1500 Besuchern, Super-Partys mit 3000 Personen in der alten Schappe-Halle in Kriens, die erste «Absolute Schrott-Party» inmitten von Abbruchautos oder Partys mit Livemusik in der legendären Perosahalle, sind den damaligen Partygängern heute noch in bester Erinnerung. Anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums der Wey-Zunft Luzern schlug dann meine erste Stunde als Produzent eines Luzerner Fasnachtsongs. Mit Coverversionen von Mambo Nr. 5 von Lou Bega, Y.M.C.A. der Village People oder DJ Oetzis Anton aus Tirol, alle auf die Lozärner Fasnacht gemünzt und mit schweizerdeutschen Texten unterlegt, konnten wir verschiedene Erfolge verbuchen, indem wir die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler zum Singen und zum Schunkeln brachten und diesen schlussendlich eine Freude bereiten durften. Es tauchte dann von verschiedenen Seiten die Frage auf: Warum eigentlich nur an den Fasnachtstagen? So kam es, dass ich während zwei Jahren eigene Titel schrieb, komponierte und austüftelte, bis schlussendlich eine CD mit witzigen Partysongs gefüllt war. Der kurz darauf erhaltene Plattenvertrag für das Album «DJ Ueli» war dann wirklich sehr unerwartet, hat mich in meinem Schaffen jedoch noch mehr beflügelt. Aber auch hier heisst es: Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Bei meinem DJ Ueli feat. MC Sangria-Projekt handelt es sich ausschliesslich um eine Spassproduktion, welche keinen Anspruch auf Ernsthaftigkeit erhebt. Dass unsere Songs auch schon in den weitbekannten Lokalen auf Mallorca sowie den Aprésski-Hochburgen gespielt worden sind und wir auch mehrmals Einzug in die Mallorca-Megacharts nehmen konnten, ehrte uns natürlich gewaltig. Eine Karriere in diesem Umfeld würde jedoch den Rahmen meines Vorstellungsvermögens und auch meiner Zukunftsabsichten bei weitem sprengen. Dies überlasse ich lieber anderen, welche mehr von Musik bzw. von albernen Auftritten verstehen. Mallorca geniesse ich bevorzugterweise mit meiner ganzen Familie an einem bedeutend ruhigeren Ort.

Wir haben nun über deine Hobbys und Neigungen gesprochen, über die du fast euphorisch gesprochen hast. Kommen wir nun zu deinem Beruf als Notar und Anwalt. Bist du da auch so fröhlich und aufgestellt wie in deiner Freizeit, oder lernen da deine Klienten und Gegner einen anderen Roger Ulrich kennen?

Wer mich kennt, weiss, dass ich meinen alltäglichen Arbeiten, welche mich mit viel Freude und Genugtuung erfüllen, den gebührenden Respekt erweise, meine Aufgaben ernsthaft und zuverlässig erledige und mich mit vollem Engagement für die Interessen meiner Klienten einsetze. Auch einem Notar ist es jedoch nicht verboten, seine Tätigkeit mit Kreativität und guter Laune zu erfüllen. So ist auch der Gegenpartei in einem Streitfall Respekt, Fairness und Anstand entgegen zu bringen. Es liegt jedoch auf der Hand, dass sich entsprechende Verhandlungen und Prozesse sehr hart gestalten können, was aber schlussendlich zum Beruf des Rechtanwalts gehört. Aber auch hier gilt: Mit schlechter Laune gewinnt man nichts. Überzeugende Argumente, die notwendige Sachlichkeit und fundiertes Wissen sowie eine gute Menschenkenntnis führen in den meisten Fällen zum angestrebten Ziel.


Das marktindex.ch Team dankt Roger Ulrich für das spannende Interview. Wir wünschen Ihm für seine berufliche sowie auch für seine private Zukunft alles Gute!

 


 

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