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Regierungsrat Paul Winiker, Justiz- und Sicherheitsdepartement

«Mann des Volkes, der die Bedürfnisse der Bürger kennt»

Paul Winiker, du bist der einzige Luzerner Regierungsrat den man, wenn auch nur zur Fasnachtszeit, ohne dass Konsequenzen zu erwarten wären, mit «Huerenaff» betiteln kann. Wie kommt das?

Genau, denn «Huerenaff» ist für einen waschechten Luzerner ein Ehrentitel und eines der schönsten Komplimente das man einem Fasnächtler machen kann. «De Huerenaff» ist in Luzern nichts anderes als «en glatte Siech» und kein Gericht würde das als Beleidigung taxieren. Er ist einer der den Humor pflegen kann und sich selber nicht immer so tierisch ernst nimmt. Die Mitglieder des Luzerner Fasnachtskomitees titulieren sich so und in der Zunft zu Safran hat sich auf Anregung des Fritschivater 1987, Werner Wyss, eine Gruppe gebildet die jedes Jahr ein Mitglied, der durch eine besonders lustige Aktion aufgefallen ist, zu ihrem «loschtige Huerenaff». Die Gruppe präsentiert sich am schmutzigen Donnerstag sogar mit eigener Fahne am Umzug.

Wenn man deine Karriere verfolgt kann man sich freuen, dass du auch einmal in der Zunft zu Safran die oberste Spitze erreichen wirst.

Möglich ist immer alles. Ich meine aber, dass das Zunftmeisteramt zusammen mit einem Exekutivamt aus verschiedenen Gesichtspunkten nicht unbedingt vereinbar ist. Ich denke, da braucht es eine personelle Trennung. Dazu kommt, dass gerade der Zunft zu Safran hervorragende Persönlichkeiten angehören, welche für das Zunftmeisteramt geeignet sind. Gerade dies beweist ein Blick auf die Galerie der Altzunftmeister.

Dein Amtskollege Regierungsrat Robert Küng, ist der «Rosen Banner» der Karnöffelzunft in Willisau. Du bist Safranzünftler und Paukist der Lozärner Buchelimusig. Kristallisiert sich da bald eine Regierungszunft heraus?

Das würde schwierig werden, ich glaube zwei Gruppen «Huerenaffen» wäre doch etwas des Guten zu viel.

Dass du ein schauspielerisches Talent hast, zeigst du beim Mitspielen im Theater des Bärteliessens der Zunft zu Safran. In was für Charaktere bist du da schon geschlüpft?

Das waren je nach Situation und Aktualität unterschiedliche Rollen. Gar einmal als Ueli Maurer bei dessen Anwesenheit, auch einmal als echter Sanitärmonteur bei der Anwesenheit des heutigen Alt-Bundesrates Kaspar Villiger. Ich stand aber auch schon für die Bunte Bühne Kriens auf den berühmten Brettern im Stücke «Gilberte de Courgenay». Da war ich froh um meine Kenntnisse in der französischen Sprache.

Glaubst du, dass Schauspielern ein Vorteil ist um in den Regierungsrat gewählt zu werden?

Zumindest ist es kein Nachteil. Wichtig ist aber, dass man authentisch, sich selber bleibt. Besonders als Exekutivpolitiker hat eine eine Rolle zugewiesen erhalten, die man ausfüllen und umsetzen muss. Weil man in dieser Aufgabe sehr oft im Schussfeld der öffentlichen Kritik steht, muss man dieser zugewiesenen Rolle treu bleiben. Also ähnlich wie ein Schauspieler, der seine Rolle auch dann ausfüllen muss, wenn um ihn herum sich unvorhergesehene Situationen einstellen.

Du scheinst ein kompromissbereiter Politiker zu sein. Du lebst du in Kriens. Warst dort Gemeindepräsident und Finanzchef. Gleichzeitig bist du Mitglied der Zunft zu Safran, die damals nur Stadtluzerner in ihren Reihen wollten, und zeigtest der einheimischen Gallizunft Kriens die kalte Schulter. Gab das keine Probleme?

Nein. Denn ich habe der Galli-Zunft nie die kalte Schulter gezeigt. Im Gegenteil: Ich wurde und werde auch heute noch immer wieder zu Veranstaltungen eingeladen, welche ich nach Möglichkeit immer gerne besuche. Ich bin als Bürger der Stadt Luzern seit vielen Jahren Mitglied der Zunft zu Safran. Und da sollte man nicht auf verschiedenen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Wichtig zu wissen ist jedoch auch, dass zwischen der Zunft zu Safran und der Galli-Zunft auf verschiedenen Ebenen hervorragende Kontakte gepflegt werden. Und als Gemeinderat und Gemeindepräsident von Kriens war ich mit der Galli-Zunft ebenfalls sehr eng verbunden – und bin es auch heute noch. Wie übrigens auch mit vielen anderen Krienser Vereinen.

Kommen wir zu Deinen sportlichen Talenten. Mitglied Handballriege des BTV Luzern Supporter und Gönner beim SC Kriens (Junioren) und beim Handballclub Kriens Luzern und jetzt noch Präsident des Fussvolleyclub Luzern. Eine Sportart die in unserem «Lido» seit rund 50 Jahren gespielt wird. Spielst du da noch aktiv mit?

Wenn immer möglich ja. Die Zeit ist für Spiele im Lido rar geworden, was ich doch sehr bedaure. Doch Fussvolley-Spiele ist natürlich eine besondere Herausforderung, zumal man gerade bei dieser Sportart zu spüren bekommt, dass man älter wird.

Bei all deinen spassigen Qualitäten wollen wir nicht vergessen, dass du nun eine anspruchsvolle Tätigkeit für unseren Kanton ausübst. Du leitest das Justiz- und Sicherheitsdepartement. Wunschtraum oder ein Müssen.

Ein «Müssen» ist dieses Amt auf keinen Fall. Im Gegenteil. Ich kann einen aktiven Beitrag zur Sicherheit im Kanton Luzern leisten. Ich erachte es als ein Privileg, eine solche Aufgabe erfüllen zu dürfen. Als langjähriger Offizier der Schweizer Armee ist mir auch die Pflege und Weiterentwicklung unserer Milizarmee ein grosses Anliegen. Als «Militärdirektor» des Kantons Luzern kann ich auch in diesem Zusammenhang entsprechende Aufgaben wahrnehmen. Daher habe ich auch das Amt des Ok-Präsidenten des Eidgenössischen Schützenfestes 2020 in Emmen angenommen.

Im Frühling 2019 stehst du zwei Jahre vor deiner Pensionierung. Wirst du dir eine weitere Amtsperiode nochmals antun?

Ja, dazu habe ich mich bereits geäussert. Vor uns liegen wichtige Entwicklungsschritte, unter anderem in den Bereichen Polizei und Justizvollzug. Solche Projekte lassen sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn man sie über längere Zeit begleiten kann. Vier Jahre genügen dazu nicht. Daher werde ich mich zur Wiederwahl stellen, um die angestossenen Projekte zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen – im Interesse des Kantons und der Bevölkerung.

Kennst du den Spruch eines grünen Kantonsrates: „Paul Winiker trägt etwas dick auf“? Ist das so?

Nun, ich höre diese Aussage zum ersten Mal. Ich weiss auch nicht, was diese Person damit gemeint hat. Tatsache ist, dass Sicherheit und die zahlreichen Themen, welche sich um diesen Begriff herum gruppieren, in der Bevölkerung auf grosses Interesse stossen. Der Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes steht daher automatisch regelmässig im Fokus der Öffentlichkeit und der Medien. Weil die Bevölkerung das Recht hat, umfassende informiert zu sein, hat man in diesem Amt denn auch die Pflicht, hinzustehen und gradlinig Auskunft zu geben. Und zwar sachlich, korrekt und umfassend. Nicht mehr und nicht weniger.

 


 

 

Das marktindex.ch Team dankt Paul Winiker für das interessante Interview und wünscht Ihm für für seine weiteren beruflichen sowie privaten Vorhaben viel Erfolg.


 

 

 

 

 

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