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Hopp Schwiiz!

Hopp Schwiiz! Die Geschichte des Schweizer Fussballs

In Kürze wird in Frankreich die Fussball Europameisterschaft 2016 angepfiffen. Alle zwei Jahre, wenn während WM oder EM der Ball rollt, sitzen auch jene gespannt vor dem Bildschirm, die sich sonst gar nicht gross für Fussball interessieren. Auch bei uns in der Redaktion steigt die Vorfreude, und um die Wartezeit zu verkürzen, haben wir interessante Fakten rund um die Schweizer Fussballnationalmannschaft zusammengetragen.

Die Hauptrolle der Schweiz in der Geschichte des europäischen Fussballs

Dass England das Mutterland des Fussballs ist, ist allgemein bekannt. Wussten Sie aber auch, dass die Schweiz die Hauptrolle in der Verbreitung dieses Sports spielte? Es war nicht, wie oft angenommen, eines unserer Nachbarländer, auch wenn dort heute in gut besuchten Stadien viele Tausend Fans Woche für Woche ihre Mannschaften anfeuern. Das Fussballfieber entfachte tatsächlich die Schweiz! In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts brachten britische Kaufleute und Studenten den heute so populären Sport zu uns. In der Genferseeregion wurden die ersten Clubs gegründet. Der allererste war 1879 der FC St. Gallen. Die anglofonen Einflüsse der Anfangszeit machen sich bis heute im Schweizer Fussball bemerkbar: Die Ecke heisst Corner, ein Elfmeter ist ein Penalty und wir schiessen nicht aufs Tor, sondern aufs Goal. Auch die Namen einiger Vereine erinnern an den englischen Ursprung. Die bekanntesten sind die Zürcher Grashoppers und die Berner Young Boys.

Absolventen der Schweizer Eliteschulen lernten den Sport während ihres Studienaufenthaltes kennen und gründeten in ihren Heimatländern erste Vereine. Auch Schweizer brachten die Begeisterung für diese Sportart in andere Länder. So wurde beispielsweise der FC Barcelona 1899 durch den Schweizer Hans Gamper gegründet. Auch die Gründer von Inter Mailand waren mehrheitlich Schweizer.

Fussball_EM_2016

Die Schweizer Nationalmannschaft Anfang des 20. Jahrhunderts

Rund 5000 Zuschauer verfolgten 1905 das erste Länderspiel der Schweizer Nationalmannschaft. Sie verlor 0:1 gegen Frankreich. Erst drei Jahre später fand, da vorher die finanziellen Mittel fehlten, das Rückspiel statt, welches die Schweizer in Genf 1:2 verloren. Den ersten Schweizer Treffer in einem Länderspiel erzielte der Winterthurer Adolf Frenken. Das dritte Spiel konnte endlich gewonnen werden: Die Fussballnationalmannschaft des Deutschen Reiches trat in ihrem ersten Länderspiel im April 1908 in Basel gegen die Eidgenossen an. Die Schweizer konnten sich mit 5:3 den Sieg sichern. Ein Jahr später verloren sie allerdings ein Heimspiel gegen England mit 0:9 und dieses Ergebnis gab es gleich nochmals zu verdauen: 1911 auswärts gegen Ungarn. Die Teilnahme an der Olympiade 1912 musste wegen Geldmangels abgesagt werden. Später durfte die Schweizer Nationalmannschaft selbst auch einmal ein 9:0 bejubeln. Der Sieg gegen Litauen in einem Vorrundenspiel der Olympischen Sommerspiele 1924 war gleichzeitig der bisher höchste Sieg ihrer Geschichte. Während des Ersten Weltkrieges fanden keine Fussballspiele statt. Viele Fussballfelder mussten als Äcker genutzt werden und die Spieler leisteten Militärdienst. Während des Zweiten Weltkrieges hat man den Meisterschaftsbetrieb so gut wie möglich aufrechterhalten. Auch Länderspiele wurden ausgetragen, wobei die Politik dabei nie so ganz ausgeklammert werden konnte. Die Partien dienten jedoch auch dazu, die Neutralität der Schweiz zu beweisen. Übrigens schlugen die Schweizer ausgerechnet an Hitlers Geburtstag, dem 20. April 1941 in Bern die Deutschen mit 2:1. 1954 war die Schweiz Austragungsland der Fussballweltmeisterschaft. Deutschland holte sich damals beim „Wunder von Bern“ den ersten Titel.

Schweizer Fussball ab Mitte des 20. Jahrhunderts

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts begann eine ziemlich erfolglose Phase: Es wurden überdurchschnittlich viele Spiele verloren, wenn auch meist mit geringer Tordifferenz. Haben die Schweizer ein Unentschieden gegen ein stärkeres Team erkämpft, wurde dies wie ein Sieg gefeiert. Vor allem in Qualifikationsspielen reichte es nie für die nötigen Punkte, um international mitmischen zu können. Der Aufschwung kam 1989 mit einem neuen Trainer: Der Verband engagierte den deutschen Uli Stielike, der das Schweizer Team gleich zu einem 1:0 Sieg gegen Brasilien führte. Trotzdem wurden die Qualifikationen für die WM 1990 und die EM 1992 knapp verpasst. Erst 1994 konnte die Schweiz, trainiert durch den Engländer Roy Hodgson, endlich wieder an einer WM teilnehmen.

Die Teilnahmen der Schweizer an Europa- und Weltmeisterschaften:

  • WM 1994, EM 1996, Trainer Roy Hodgson
  • EM 2004, WM 2006 sowie automatische Teilnahme als Gastgeber (zusammen mit Österreich) 2008, Trainer Köbi Kuhn
  • WM 2010 und WM 2014, Trainer Ottmar Hitzfeld
  • EM 2016, Trainer Vladimir Petkovic

Unsere Nationalmannschaft an der EM 2016

Am 10. Juni 2016 beginnt die Europameisterschaft mit einem Spiel der Schweizer Gruppe: Frankreich – Rumänien. Das Schweizer Team wird am 11. Juni um 15 Uhr in Lens gegen Albanien in den Wettbewerb starten. Unsere Nationalspieler Xhaka, Shaqiri und Behrami stehen dann gegen ihr Heimatland auf dem Rasen – vor allem für Granit Xhaka eine spezielle Situation, denn sein Bruder Taulant wird für Albanien spielen.

Eine Umfrage auf srf.ch ergab, dass die Schweizer Fans die Nati als Gruppenzweiter sehen. Das würde den Einzug ins Achtelfinale bedeuten. Und dort könnten Polen oder Deutschland als Gegner warten.

Was meinen Sie, schafft die Schweizer Nationalmannschaft den Einzug ins Achtelfinale? Kommt sie vielleicht sogar noch weiter? Verraten Sie uns doch Ihren Tipp im Kommentarfeld oder auf unserer Facebook Seite!

Text: Sabine Itting

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