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title: "Teure Steuerfehler vermeiden: Was Schweizer Steuerpflichtige wissen müssen"
date: 2026-01-13
author: "Sandra"
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# Teure Steuerfehler vermeiden: Was Schweizer Steuerpflichtige wissen müssen

**Steuererklärungen gehören für viele zu den ungeliebtesten Pflichtaufgaben – und kosten jedes Jahr unnötig Geld. Im Gespräch erklärt Steuerexperte Philipp Stadelmann von [Steuersparakademie.ch,](https://www.steuersparakademie.ch/) welche Fehler besonders häufig passieren, ab wann es wirklich teuer wird und wie sich mit einfachen, aber konsequenten Entscheidungen rechtliche Risiken vermeiden und Steuern optimieren lassen.**

*Interview: Ronnie Hürlimann*

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2025/08/Stadelmann-7420-1024x683.jpg)Kleine Fehler in der Steuererklärung können grosse finanzielle Folgen haben.## *Herr Stadelmann, welche drei Steuerfehler begegnen Ihnen bei Privatpersonen in der Schweiz am häufigsten und warum sind diese so verbreitet?*

Die drei häufigsten [Steuerfehler](https://www.steuersparakademie.ch/) betreffen erstaunlich einfache Punkte. Erstens wird häufig der Bruttolohn statt des Nettolohns in der Steuererklärung eingetragen. Zweitens werden Weiterbildungskosten nicht geltend gemacht, obwohl sie in vielen Fällen abzugsfähig wären. Und drittens wird der Maximalbetrag in die dritte Säule entweder gar nicht oder nicht vollständig einbezahlt – oder es wurde zwar einbezahlt, der entsprechende Abzug aber in der Steuererklärung vergessen. Das ist aus steuerlicher Sicht natürlich der gravierendste Fehler, weil hier effektiv Geld verschenkt wird.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_40585886-1024x683.jpeg)Vergessene Abzüge, falsche Angaben und ungenutzte Sparpotenziale kosten jedes Jahr Geld.Warum sind diese Fehler so verbreitet? Einer der Hauptgründe ist sicher, dass das Leben insgesamt immer komplexer und stressiger geworden ist. Das Wesentliche bleibt dabei oft auf der Strecke. Viele Menschen nehmen sich nicht einmal eine Stunde pro Jahr, um sich mit ihren Finanzen oder der Steuererklärung auseinanderzusetzen. Gleichzeitig investieren sie problemlos zehn Stunden, um die nächsten Ferien zu planen – das zeigt sehr gut, wo die Prioritäten häufig liegen.

Ein weiterer Punkt ist, dass natürlich auch die finanziellen Mittel vorhanden sein müssen, um überhaupt in die dritte Säule einzahlen zu können. Und schliesslich spielt die Organisation unter dem Jahr eine zentrale Rolle: Belege für Weiterbildungen oder andere abzugsfähige Kosten müssten konsequent gesammelt und aufbewahrt werden, damit sie beim Ausfüllen der Steuererklärung auch tatsächlich zur Hand sind.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/Stadelmann-7687-1024x683.jpg)Steuerexperte Philipp Stadelmann zeigt, wie sich mit einfachen, konsequenten Entscheidungen teure Steuerfehler vermeiden lassen.## *Viele Menschen schieben die Steuererklärung gerne hinaus. Ab welchem Zeitpunkt wird Aufschieben wirklich teuer – und welche Konsequenzen drohen konkret?*

Grundsätzlich kann man sagen, dass ab der zweiten Mahnung zur Einreichung der [Steuererklärung](https://www.steuersparakademie.ch/) eine Busse fällig wird. Je nach Kanton bewegt sich diese in der Regel zwischen 40 und 100 Franken. Richtig teuer wird es jedoch erst in einem späteren Schritt: nämlich dann, wenn das Steueramt die Steuererklärung selbst ausfüllt. In diesem Fall spricht man von einer Ermessensveranlagung. Diese erfolgt selbstverständlich nicht kostenlos. Meist fällt die Steuerlast dabei deutlich höher aus, da das Steueramt eher vorsichtig – beziehungsweise zu Ungunsten der steuerpflichtigen Person – schätzt. Zusätzlich wird eine weitere Busse ausgesprochen.

Ab diesem Zeitpunkt kann es schnell richtig ins Geld gehen. Zwar handelt es sich formal «nur» um Bussen, doch diese können sich – insbesondere bei wiederholtem Fehlverhalten oder längerer Untätigkeit – rasch auf mehrere Tausend Franken summieren.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_30270898-1024x768.jpeg)Wer Fristen ignoriert, riskiert Bussen und eine teure Ermessensveranlagung.## *Wenn die Steuerrechnung dann kommt: kann man die Rechnung dann einfach in Raten zahlen?*

Nach Erhalt der definitiven [Steuerrechnung](https://www.steuersparakademie.ch/) hat man in der Regel 30 Tage Zeit, um den offenen Betrag zu begleichen – also die Differenz zwischen den provisorisch geleisteten Zahlungen und der effektiven Steuerforderung. Kann dieser Betrag nicht innerhalb dieser Frist bezahlt werden, ist es dringend empfehlenswert, frühzeitig Kontakt mit dem zuständigen Steueramt aufzunehmen und eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Damit lässt sich in den meisten Fällen eine Betreibung vermeiden, was nicht nur finanziell, sondern auch administrativ viel Aufwand erspart.

Die Erfahrung zeigt, dass die Steuerämter grundsätzlich kulant sind und gemeinsam nach einer Lösung suchen – vorausgesetzt, man meldet sich rechtzeitig und proaktiv. Sobald jedoch bereits eine Betreibung eingeleitet wurde, ist der [Handlungsspielraum](https://www.steuersparakademie.ch/) deutlich eingeschränkt. Dann ist es in der Regel zu spät für eine unkomplizierte Lösung.

## *Zurück zur Steuererklärung. Dort sind Abzüge ein grosses Thema. Welche Abzüge werden bei uns besonders oft vergessen oder sogar falsch deklariert?*

Wenn es um falsch deklarierte Abzüge geht, betreffen diese klassischerweise zwei Bereiche: Liegenschaftsunterhaltskosten und Krankheitskosten.

Bei den Liegenschaftsunterhaltskosten besteht grundsätzlich die Wahl zwischen dem pauschalen Abzug und den effektiven Kosten. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht sämtliche Ausgaben abzugsfähig sind, sondern nur jene, die als werterhaltend gelten. Wertvermehrende Investitionen können steuerlich nicht geltend gemacht werden. Diese Systematik gilt voraussichtlich noch bis 2028, da mit dem Wegfall des Eigenmietwerts auch diese Abzugsmöglichkeiten wegfallen dürften.

Ein weiterer Bereich, der häufig zu falschen Deklarationen führt, sind die Krankheitskosten. Davon betroffen sind vor allem ältere Personen, aber auch jüngere Menschen mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen. In solchen Situationen steht verständlicherweise die Krankheit im Vordergrund – und nicht administrative Themen wie das sorgfältige Ausfüllen der Steuererklärung. Entsprechend gehen hier häufig Abzüge vergessen oder werden falsch deklariert. Zusätzlich ist zu beachten, dass Krankheitskosten in der Schweiz erst dann abzugsfähig sind, wenn sie eine Einkommensgrenze von rund fünf Prozent überschreiten. Je höher das Einkommen, desto geringer ist entsprechend die Wahrscheinlichkeit, dass diese Schwelle erreicht wird und ein Abzug überhaupt möglich ist.

Was ebenfalls oft vergessen geht, sind die Weiterbildungskosten. Viele Steuerpflichtige – und teilweise auch Steuerberater – haben hier noch die alte Regelung vor 2016 im Kopf, bei der der Abzug stark eingeschränkt und an eine Erwerbstätigkeit gekoppelt war. Seit 2016 gilt jedoch ein allgemeiner Weiterbildungsabzug, der nicht mehr zwingend an eine aktuelle Erwerbstätigkeit gebunden ist. Das bedeutet beispielsweise, dass auch Rentnerinnen und Rentner unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für einen Sprachaufenthalt, etwa in Malta, steuerlich geltend machen können.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_1319413756-1024x683.jpeg)Liegenschaftsunterhalt, Krankheits- und Weiterbildungskosten bieten oft ungenutzte Sparchancen.## *Immer Menschen arbeiten hybrid, haben Nebenjobs, verdienen Geld online. Was gibt es dort für steuerliche Stolpersteine, die im Zusammenhang mit dem Schweizer Recht entstehen können?*

Grundsätzlich hängt die steuerliche Einordnung immer davon ab, in welcher Form und für wen man tätig ist – also ob eine unselbstständige Anstellung vorliegt oder ein selbstständiger Erwerb.

Wer beispielsweise online Geld verdient, etwa als Influencer, erzielt in der Regel Einkommen aus selbstständigem Nebenerwerb. Gleiches gilt für Tätigkeiten im Multilevel-Marketing, etwa beim Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln oder ähnlichen Produkten. Auch hier liegt steuerlich automatisch ein selbstständiger Nebenerwerb vor, unabhängig von der Höhe des Einkommens.

Spannend wird es auch bei minderjährigen Personen. Grundsätzlich ist es so, dass ein minderjähriges Kind sein eigenes Einkommen selbst versteuert. Gerade bei Online-Geschäften oder Sammelobjekten kommt das heute immer häufiger vor. Es gibt Fälle, in denen Jugendliche beispielsweise mit dem Handel von Sammlerartikeln wie seltenen Pokémon-Karten sehr hohe Gewinne erzielen – teilweise im Bereich von mehreren hunderttausend Franken. In seltenen Fällen sind die Erträge so hoch, dass Eltern offiziell im Betrieb ihres Kindes mitarbeiten und entsprechend angestellt werden.

Diese Beispiele zeigen gut, wie wichtig es ist, die Art der Erwerbstätigkeit frühzeitig korrekt einzuordnen, da sich daraus unterschiedliche steuerliche und [sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen ](https://www.steuersparakademie.ch/)ergeben.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2025/10/Stadelmann-7830-1024x683.jpg)**Komplexe Situationen erfordern Fachwissen – einfache Fälle lassen sich auch selbst bewältigen.**## *Wie beurteilen Sie die Situation rund um die freiwillige Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung? Wer profitiert heute am stärksten davon und wo bestehen Risiken?*

Grundsätzlich besteht nur ein einziges reales Risiko bei einer freiwilligen Selbstanzeige: nämlich dann, wenn die Steuerverwaltung bereits Kenntnis von der Steuerhinterziehung hat. In allen anderen Fällen gibt es aus rechtlicher Sicht keine Nachteile – im Gegenteil.

Durch eine Selbstanzeige entfallen auch typische Risiken wie Denunziationen oder Erpressungsversuche, etwa im Zusammenhang mit einer Scheidung, einem zerstrittenen Nachbarschaftsverhältnis oder einer enttäuschten ehemaligen Mitarbeiterin. Wer die Sachverhalte offenlegt, nimmt diesen Szenarien von vornherein den Boden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die deutlich reduzierte Busse. Bei der erstmaligen Selbstanzeige wird die Busse vollständig erlassen. Bei jeder weiteren Selbstanzeige gewährt die Steuerbehörde weiterhin einen Rabatt von 80 Prozent. Konkret bedeutet das: Es wird lediglich ein Fünftel der ordentlichen Busse fällig.

Gerade deshalb lohnt es sich, eine Selbstanzeige gemeinsam mit einem Steuerexperten vorzubereiten. So wird sichergestellt, dass die Offenlegung formal korrekt erfolgt und sämtliche relevanten Punkte sauber und vollständig aufgegleist sind.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_61310221-1024x683.jpeg)Transparenz zahlt sich aus: Wer rechtzeitig handelt, reduziert Risiken und Bussen erheblich.## *Was sollten Schweizer Steuerpflichtige unbedingt beachten, wenn sie Wertschriften, Kryptowährungen oder andere Anlagen besitzen, die jährlich deklariert werden müssen?*

Ein zentraler Punkt bei Wertschriften ist die korrekte Deklaration von Dividenden. Nur wenn diese richtig angegeben werden, kann die vom Broker bereits abgeführte Quellensteuer zurückgefordert werden. Dabei geht es schnell um 30 bis 35 Prozent, insbesondere bei ausländischen Dividenden und entsprechenden Quellensteuern.

Gerade in solchen Fällen lohnt es sich, [einen spezialisierten Steuerexperten ](https://www.steuersparakademie.ch/)beizuziehen, der sich nicht nur im klassischen Steuerrecht, sondern auch im Börsen-, Wertschriften- und Kryptobereich auskennt. Die Unterschiede zwischen in- und ausländischen Erträgen sowie die Rückforderungsmöglichkeiten sind komplex und fehleranfällig.

Ein wichtiger Hinweis betrifft zudem Kryptowährungen: Ab diesem Jahr sind auch ausländische Kryptobroker verpflichtet, automatisch Meldungen an die jeweiligen Steuerverwaltungen zu machen. Grundlage dafür ist das sogenannte Crypto-Asset Reporting Framework (CARF). Was bei klassischen Bankkonten bereits unter dem automatischen Informationsaustausch (AIA) bekannt ist, wird damit auch auf Kryptovermögenswerte ausgeweitet. Konkret bedeutet das: Ausländische Kryptokonten werden künftig automatisch gemeldet, was die Transparenz für die Steuerbehörden deutlich erhöht.

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_217609566-1024x683.jpeg)Dividenden, Quellensteuern und Kryptowerte korrekt deklarieren – Transparenz nimmt zu.## *Bei Ihren Ausführungen wird die nachfolgende Frage eigentlich überflüssig. Trotzdem, weil sie sich viele Personen stellen: lohnt sich ein Steuerberater überhaupt?Welche Kriterien helfen dabei, diese Entscheidung richtig zu treffen?*

Grundsätzlich gibt es zwei zentrale Kriterien, um zu entscheiden, ob man die Steuererklärung selbst ausfüllt oder delegiert. Erstens: Mache ich es gerne oder nicht? Wer sich mit dem Thema überhaupt nicht wohlfühlt oder keine Freude daran hat, ist [gut beraten](https://www.steuersparakademie.ch/vorsorgeberatung/), die Steuererklärung zu delegieren. Das spart Zeit, Nerven und reduziert das Fehlerrisiko. Zweitens: Will ich die Kompetenz selbst aufbauen? Wer seine Steuererklärung grundsätzlich gerne selbst erledigt oder dieses Wissen gezielt erwerben möchte, für den ist mein [Seminar](https://www.steuersparakademie.ch/seminar/) bestimmt sinnvoll. Wer dieses am 21. März verpasst, kann sich auf meiner Webseite über weitere Daten informieren. Ich führe die Seminare regelmässig durch.

[Seminarplatz sichern](https://www.steuersparakademie.ch/seminar-anmeldung/)## *Zum Schluss: Wenn Sie einer Schweizer Familie nur einen zentralen Tipp geben könnten, um jährlich Geld zu sparen: Welcher wäre das aus Ihrer Sicht?*

Ein zentraler Grundsatz lautet: Weniger unnötiger Konsum, mehr gezielter Vermögensaufbau. Statt Geld für kurzlebige Konsumgüter oder teure Markenkleider auszugeben, lohnt es sich deutlich mehr, dieses Kapital bewusst und renditeorientiert selbst anzulegen.

Passend dazu bringt es ein bekanntes Zitat von Chuck Palahniuk – Autor von Fight Club – pointiert auf den Punkt: «Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.»

![](https://www.marktindex.ch/wp-content/uploads/2026/01/AdobeStock_48866013-1024x731.jpeg)Weniger Konsum, mehr Vermögensaufbau: bewusste Entscheidungen zahlen sich langfristig aus.Gerade aus [finanzieller und steuerlicher Sicht](https://www.steuersparakademie.ch/) zeigt sich hier ein klarer Hebel: Wer Konsumentscheidungen hinterfragt und stattdessen langfristig investiert, schafft nicht nur mehr finanzielle Freiheit, sondern auch deutlich mehr Handlungsspielraum für die Zukunft.