Mitten in Luzern, an der belebten Maihofstrasse, hat sich Daniela Gauch einen ganz besonderen Ort geschaffen: ein Atelier, das Galerie und Rückzugsort zugleich ist. Auf 150 Quadratmetern entfaltet sich eine kreative Welt voller Farbe, Charaktere und Emotionen. Wer eintritt, spürt sofort: Hier wird Kunst nicht nur ausgestellt – hier lebt sie.
von Ronnie Hürlimann
Es ist nicht nur der Standort, der Daniela Gauchs Atelier einzigartig macht. Es ist die Offenheit, mit der Besuchende empfangen werden. Grosse Schaufenster erlauben bereits von aussen einen Blick auf ihre Werke. Innen erwartet Interessierte ein heller, grosszügiger Raum, in dem Kunst unmittelbar erfahrbar wird. Keine Schwellenangst, keine verschlossene Türe, kein elitäres Getue. Daniela will, dass Kunst zugänglich ist – auch für Menschen, die sich selbst nicht als «Kunstkenner» bezeichnen würden. Oder wie sie es formuliert: «Kunst funktioniert genau dann, wenn sie einen anspricht und zum Nachdenken anregt.»


Ein Stil, der berührt – zwischen Figur und Abstraktion
Seit 1998 arbeitet Daniela Gauch als freischaffende Künstlerin. Ihr Stil ist unverwechselbar: kraftvolle, breite Pinselstriche, oft in monochromer Tonalität, durchbrochen von gezielt gesetzten, lebendigen Farbakzenten. Der Hintergrund bleibt meist zurückhaltend, was den Fokus ganz auf die dargestellten Figuren lenkt. Diese sind oft nur fragmentarisch gezeigt – abgeschnittene Gesichter, angedeutete Gesten, viel Raum für Interpretation.


Jedes Gesicht ein Spiegel
«Ich suche nach spannenden Seelen», sagt Daniela. Und das spürt man in ihren Bildern. Es geht nicht um prominente Gesichter – auch wenn gelegentlich bekannte Persönlichkeiten wie Lenny Kravitz auftauchen. Vielmehr sucht sie in jeder Darstellung die Tiefe, den Ausdruck, das, was unter der Oberfläche liegt. «Hinter jedem Gesicht steckt eine Geschichte. Und je nachdem, was jemand im eigenen Leben erlebt hat, kann es sein, dass das Bild ganz anders interpretiert wird.»
Vom Auftrag bis zur Intuition
Zwar malt Daniela auch im Auftrag – etwa für Stammkunden oder berührende Projekte wie das Portrait eines Mannes, der seiner Partnerin vor seinem Tod ein Erinnerungsbild schenken wollte – doch als klassische Auftragsmalerin sieht sie sich nicht. Vielmehr entstehen ihre Werke intuitiv, aus einem inneren Impuls heraus. Mal geht es ganz schnell, wenn ein Bild schon mit wenigen Strichen seine Wirkung entfaltet. Ein anderes Mal bleibt sie lange dran, korrigiert, übermalt, kämpft mit Details – bis es stimmt.

Kunst zum Anfassen – und zum Mitnehmen
Im Gegensatz zu vielen Galerien erlaubt ihr Atelier in Luzern einen sehr persönlichen Zugang zur Kunst. Wer ein Werk kauft, unterstützt direkt die Künstlerin – ohne Galeriemargen, ohne Umwege. Das macht nicht nur die Preise oft attraktiver, sondern schafft auch eine persönliche Beziehung. Käuferinnen und Käufer erfahren mehr über die Entstehungsgeschichte, können Werke entdecken, die sonst nirgends ausgestellt werden, und erleben Kunst als Dialog – nicht als distanziertes Objekt.
Humorvoll, nahbar und ganz ohne Allüren lädt sie ein, in ihre Welt einzutauchen.

Wo das Leben Kunst schreibt
Das Atelier an der Maihofstrasse ist nicht nur Werkstatt, sondern auch Veranstaltungsort. Ob Neujahres-Apéro, kleine Events mit Weindegustation, die später geplang sind, oder spontane Begegnungen – Daniela pflegt das Persönliche. Ihre Kunst lebt vom Austausch. Und sie selbst ist fast täglich vor Ort: mal malend, mal umstellend, mal einfach mit einem Kaffee in der Hand und offen für Gespräche.
Dabei ist ihre Karriere nicht linear verlaufen. Nach dem Einstieg mit Aktmalerei, einem prägenden Indien-Aufenthalt und einer Burnout-Erfahrung, schuf sie eine düstere, tief emotionale Serie von Skulpturen und Bildern – Werke, die viel Aufmerksamkeit erregten, obwohl sie sich kommerziell nicht besonders gut verkauften. Diese Phase ebnete jedoch den Weg zu ihrer heutigen Ausdrucksform: kraftvolle Portraits, ruhigere Farben, viel Persönlichkeit.

Sichtbarkeit ohne laute Töne
Daniela Gauch braucht keine grosse Marketingkampagne. Ihre beste Werbung sind die Bilder selbst – sichtbar in Wohnungen zufriedener Kundinnen und Kunden, auf Instagram, LinkedIn oder durch ihre Broschüren, die immer wieder als Türöffner dienen. Manchmal dauert es Jahre, bis sich jemand nach dem ersten Kontakt wieder meldet – wie der Mann, der nach einem Wohnungswechsel endlich Platz für eines ihrer Werke hatte.
Auch Ausstellungen gehören nach wie vor zu ihrem Alltag. Im Mai hatte sie in ihrer Location in Luzern eine Ausstellung. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind deutlich spürbar: In Zürich sei die Kaufkraft grösser, das Interesse an Kunst präsenter – doch ihr Herz hängt an Luzern. Denn hier, in ihrem neuen Atelier, wird Kunst nicht nur gezeigt, sondern gelebt.
Kommende Ausstellungen im 2025
Vom 05.08.2025 bis 11.08.2025:
Soloausstellung in der Galerie am Lindenhof – Zürich
Vom 05.09.2025 bis 28.09.2025:
Gruppenausstellung in Luzern (Gallery|Studio) mit Evelyne Brader, Madelaine Gremaud und Daniela Gauch






















