Mittwoch, 28.09.2016 |
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Küchenkräuter – unverzichtbar für die gesunde Küche

Frische Küchenkräuter verdrängen getrocknete immer mehr. Wir greifen wieder öfter auf Kerbel, Minze, Dill & Co zurück und entdecken alte Rezepte neu. Wer einen Garten hat, kann natürlich aus dem Vollen schöpfen und das ganze Kräutersortiment grosszügig säen, aufziehen und ernten. Aber auch ein Balkon oder die Fensterbank eignet sich für die Aussaat von Küchenkräutern. Vielleicht haben Sie auch schon Töpfe aus dem Supermarkt mit nach Hause genommen und enttäuscht festgestellt, dass die kleinen Pflänzchen nicht sehr widerstandsfähig waren. Kräuter aus eigenem Anbau sind normalerweise robuster und ertragreicher. Damit sie Ihnen lange Freude machen, geben wir Ihnen Tipps und stellen die beliebtesten Küchenkräuter vor.

Tipps aus dem Kräutergarten

Die meisten Kräuter lassen sich problemlos in üblicher Gartenerde ziehen. Es gibt jedoch für Blumentöpfe, Kübel oder ähnliches eine spezielle Kräutererde. Diese, wie auch eine gute Blumenerde, wird besonders empfohlen. Wenn Sie mediterrane Kräuter züchten möchten, geben Sie ihnen die Bedingungen, welche diese auch in ihrer Heimat hätten: Mischen Sie die Erde im Verhältnis 3:1 mit grobkörnigem Sand.

Säen Sie die Kräuter in Töpfen, legen Sie zuunterst Tonscherben oder flache Steine, damit das Wasser ablaufen kann.

Samen

Nicht alle Kräuter haben die gleichen Ansprüche, weshalb solche mit unterschiedlichen Bedingungen niemals zusammen ausgesät oder gepflanzt werden dürfen. Sie würden nicht gedeihen, bzw. rasch eingehen. Für das Aussäen sind Saatbänder sehr praktisch: Diese enthalten bereits Samen und werden einfach auf die Erde gelegt und leicht angefeuchtet. Dann bedecken Sie sie locker mit weiterer Erde. Natürlich können Sie auch Samenkörner verwenden. Auf den Tüten stehen jeweils genaue Hinweise zur Aussaat. Damit die Erde nicht austrocknet, empfiehlt es sich, Folie darüber legen. Der ideale Standort ist bei ca. 18 Grad und sollte nicht zu dunkel sein. Wichtig ist, dass Sie die Folie entfernen, sobald die Samenkörner treiben und erste grüne Spitzen zu sehen sind. Falls die kleinen Pflänzchen zu wenig Platz haben, können Sie sie problemlos pikieren und einen Teil in einen zweiten Topf setzen.

Natürlich müssen Sie regelmässig giessen. Nehmen Sie dafür abgestandenes Wasser oder Regenwasser. Die ideale Zeit zum Giessen ist frühmorgens oder am Abend, nie in der Mittagssonne. Wenn aus dem Samenkorn das kleine Pflänzchen wächst, holt es sich viele Nährstoffe aus der Erde, die später durch gelegentliches Düngen wieder zugeführt werden sollten. Ob Sie Dünger kaufen möchten oder auf Hausmittel zurückgreifen wollen – beides ist möglich. Manche schwören übrigens auf Kaffeesatz als Düngemittel! Werden Ihre Kräuter von Blattläusen befallen, was leider gar nicht so selten ist, dann versuchen Sie, diese mit lauwarmem Wasser abzubrausen. Bei Topfpflanzen muss dabei die Erde geschützt, also mit Folie abgedeckt, werden.

Kraut_pflanzen

Die beliebtesten Küchenkräuter kurz vorgestellt

Petersilie ist wahrscheinlich das am meisten in der Schweizer Küche verwendete Kraut. Es gibt sie glatt, mit intensivem Geschmack und kraus, etwas milder. Sie wird roh verwendet und passt zu vielen Gemüsesorten, in Salate, Suppen, Sossen und zu Kartoffelgerichten.

Oregano mit seinem leicht holzigen, milden Geschmack ist unverzichtbar für die italienische Küche. Er gehört auf eine Pizza und passt gut zu Pasta, Meeresfrüchten und Salaten.

Kerbel ist wegen seines herben, würzigen Geschmackes beliebt. Verwendet werden vor allem seine frischen Triebe und Blättchen, die Fleisch- und Fischgerichte würzen und Eintöpfe geschmacklich bereichern. Seine Blüten können für Liköre und Desserts genutzt werden.

Dill muss blühen und Sonne tanken, dann entfaltet er sein bestes Aroma. Er würzt Fischspeisen und ist ein typisches Kraut für Kräuterbutter und Gewürzgurken.

Basilikum, das beliebte italienische Kraut, ist auch in der Schweiz nicht wegzudenken. Sein würziger Duft und der erfrischende, süsslich, pfeffrige Geschmack machen Appetit auf Pesto oder Tomaten-Mozzarella-Salat. Übrigens ist getrockneter Basilikum Bestandteil der „Kräuter der Provence“- Gewürzmischung. Ansonsten sollte er aber möglichst immer frisch verwendet werden.

Thymian findet man in der mediterranen Küche ebenso wie in bodenständigen mitteleuropäischen Speisen. Seine Blüten und Blätter passen gut zur Hausmannskost, er würzt vor allem Wildfleisch, Schweinebraten, grillierten Fisch und Gans.

Zitronenmelisse ist vielen als entspannender Tee bekannt. Das Kraut mit dem zitronenähnlichen Aroma kann vielseitig in der Küche verwendet werden: Es schmeckt in Sossen, Salaten, in verschiedenen Desserts und zu Fisch. Die Zitronenmelisse verträgt sich sehr gut mit Erdbeeren.

Schnittlauch ist aus der Schweizer Küche nicht wegzudenken. Er schmeckt nach Zwiebeln, ist jedoch milder. Seine Stängel sind die idealen Begleiter für Quark, Suppen, Käsegerichte und Eierspeisen. Er wird nicht mitgekocht und schmeckt frisch am besten. Schnittlauch ist dekorativ: Sowohl die in Röllchen geschnittenen Stängel sowie die essbaren Blüten bilden eine hübsche Verzierung auf Salaten und kalten Platten.

Borretsch wird vor allem wegen seiner schönen, essbaren Blüten geschätzt. Sie können über Salate gestreut, in Eiswürfeln eingefroren oder für Kräuterbutter verwendet werden. Der Geschmack seiner Blätter erinnert an Gurken.

Minze gibt es in unzähligen Sorten. Sie ist in vielen Ländern beliebt: So würzen zum Beispiel die Engländer das Lamm mit Minze und die Italiener mischen sie für Minestrone mit Basilikum. Ihre frischen Blätter schmecken gut zu neuen Kartoffeln sowie in Salaten und Süssspeisen. Minztee ist eine der weltweit am meisten getrunkenen Teesorten.

Bohnenkraut findet frisch und getrocknet Verwendung. Es gehört unbedingt, wie sein Name schon sagt, in einen Bohneneintopf und zu Bohnengemüse. Aber auch für verschiedene Fisch- und Fleischgerichte wird es gerne genutzt.

Kraeuter_Dip

Vielseitige Kräuterküche

Mit frisch geernteten Kräutern haben Sie im Nu leckere, gesunde Mahlzeiten auf dem Tisch. Probieren Sie einmal selbst gemachte Kräuterbutter zu noch warmem, selbst gebackenem Brot. Oder reichen Sie einen Jogurt-Dip mit Kräutern zu Gschwellti oder Folienkartoffeln:

Jogurt-Dip mit Kräutern für 4 Personen

  • 2 Becher Naturejogurt mit einem Esslöffel Crème fraîche verrühren.
  • 1 EL frisch gepressten Zitronensaft unterrühren.
  • Etwa 3 – 4 TL verschiedene frische Kräuter fein gehackt dazugeben.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Vor dem Servieren kühl gestellt ziehen lassen.

Werfen Sie schöne, originelle Flaschen künftig nicht weg, sondern setzen Sie darin Kräuteröl und Kräuteressig an. Diese verfeinern viele Speisen, sind ein dekorativer Blickfang in Ihrer Küche und ausserdem immer ein willkommenes Geschenk.

Text: Sabine Itting

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